Der Adidas Terrex Agravic SL kommt, um die erneuerte Agravic-Reihe der deutschen Marke mit einem einfachen Ansatz abzuschließen: die rollende und leichte Magie der Adizero EVO SL ins bergige Gelände zu bringen, weg vom Asphalt, ohne sich dabei in einen reinen Wettkampfschuh zu verwandeln. Sie sind nicht dafür gedacht, über lange Distanzen zu konkurrieren wie der Terrex Agravic Speed Ultra 2 oder über kürzere Strecken wie der Terrex Agravic Speed 2. Sie liegen eine Stufe über dem Terrex Agravic 4 in Bezug auf Materialien und Qualitätsgefühl, während sie auf mehr Terrain einsetzbar sind als der Terrex Agravic TT, der stärker auf technisches Gelände ausgerichtet ist. Mit anderen Worten: sie sind die Option für tägliches Trail-Training für alle, die einen einzigen Schuh für vielseitige Einheiten, lange Ausläufe und sogar gelegentliche Rennen suchen, ohne sich das Leben kompliziert zu machen. Allerdings muss man bei der Auswahl aufmerksam sein, denn aus der Entfernung sehen sich alle visuell sehr ähnlich.
Die Schlüsseländerung gegenüber anderen Agravic-Modellen ist die Balance zwischen Komfort und Performance. Das Obermaterial aus Engineered Mesh ist im Vorfußbereich großzügiger geschnitten als bei den Wettkampf-Modellen, mit TPU-Verstärkungen an Spitze und Ferse, die die Haltbarkeit verbessern, ohne die Atmungsaktivität zu opfern. Die flügelartige Zunge und die geflochtenen Schnürsenkel sorgen für guten Halt, obwohl mehrere Tester anmerken, dass der Leisten eine halbe Größe kleiner ausfällt als bei Adidas üblich. Die Ferse ist gut gepolstert und die Fersenkappe erweist sich als solide, was das Stabilitätsgefühl im Vergleich zu früheren Modellen der Familie verbessert.
Die durchgehende Lightstrike Pro-Zwischensohle bietet großzügige Dämpfung und bemerkenswerte Energierückgabe, obwohl Adidas sie im Vergleich zur Asphalt-Version etwas dichter abgestimmt hat, um unkontrolliertes Einsinken auf unebenem Gelände zu vermeiden. Die 39 mm Fersenhöhe und 33 mm Vorfußhöhe (6 mm Sprengung) würden sie eigentlich ins Terrain der maximalistischen Trailschuhe einordnen, aber man weiß mittlerweile nicht mehr so recht, ob das Mode ist oder ob man wirklich diese überdimensionierten Kissen unter den Füßen braucht. Die Geometrie ist relativ aggressiv mit einer ausgeprägten "Rocker"-Form, die den Abrollvorgang erleichtert, ohne dass der Schuh sich ungeschickt anfühlt. Die Continental™-Außensohle mit 3,5 und 4 mm hohen Stollen bietet hervorragenden Grip auf trockenem Fels und lockerem Boden, obwohl die so großzügige Abdeckung das Gewicht etwas erhöht und auf Asphaltabschnitten nicht so fein abrollt. Wenn die Schuhwahl schon kompliziert war, kommt hier eine weitere Option hinzu, vielleicht die logischste für alle, die sich nur einen Schuh kaufen möchten, um jenseits des Asphalts mehr Freude am Laufen zu haben.